Monaco Journal - Bis zu drei Grad heißer: EU-Kommission dringt auf Anpassung an den Klimawandel

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Bis zu drei Grad heißer: EU-Kommission dringt auf Anpassung an den Klimawandel
Bis zu drei Grad heißer: EU-Kommission dringt auf Anpassung an den Klimawandel / Foto: Ina FASSBENDER - AFP/Archiv

Bis zu drei Grad heißer: EU-Kommission dringt auf Anpassung an den Klimawandel

Angesichts der Aussicht auf einen weltweit kaum aufzuhaltenden Temperaturanstieg dringt die EU-Kommission auf eine Vorbereitung auf Dürren, Hitzewellen und Überschwemmungen. Nationale Regierungen, Länder und Kommunen sollten in Zukunft "in allen großen Politikbereichen" auf die Anpassung an den Klimawandel achten, forderte die Kommission am Dienstag. Die Bemühungen um einen geringeren Treibhausgasausstoß reichten nicht mehr aus.

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Brüssel verweist auf Prognosen, nach denen sich die Erde bis 2030 um 1,5 Grad Celsius im Vergleich zur Zeit vor der Industrialisierung aufheizen dürfte. Bis 2050 ist demnach ein durchschnittlicher Anstieg um zwei Grad Celsius und bis 2100 um drei Grad Celsius zu erwarten. "Europa heizt sich doppelt so schnell auf", warnte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.

An diesem Szenario sollen sich in Zukunft alle 27 EU-Länder orientieren, es kann je nach Forschungsstand geändert werden. Die Regierungen sollen der Kommission Pläne vorlegen, wie sie Gesellschaft, Wirtschaft und Natur in den kommenden Jahren an den Klimawandel anpassen wollen.

Dabei geht es zum Beispiel um die Städteplanung oder um Wälder, die besser mit Dürren zurechtkommen. EU-weit einheitliche Regeln soll es jedoch erstmal nicht geben. Jede Region habe eigene Voraussetzungen und müsse am Ende selbst entscheiden, welche Änderungen helfen, sagte ein EU-Beamter.

In einem ersten Schritt sollen mehr Daten gesammelt werden. Die Kommission verweist beispielsweise auf den Hochwasser-Check der deutschen Versicherer und das Hitzetool der Bundesregierung, die besonders gefährdete Gegenden ausweisen und mögliche Vorsorgemaßnahmen bewerten.

Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass ursprüngliche Ziele aus dem Pariser Klimaabkommen, wie eine Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter, längst nicht mehr zu erreichen sind. Die Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre steigt weiter, 2025 erreichte sie nach jüngsten UN-Zahlen ein neues Rekordniveau. Kohlendioxid, Methan und Stickstoffoxid sorgen dafür, dass sich die Erde weiter aufheizt.

An den bestehenden Klimagesetzen will die EU-Kommission trotz bislang verfehlter Ziele nicht rütteln: Bis 2050 will die EU klimaneutral werden, also nur noch so viele Treibhausgase ausstoßen, wie in der Natur oder technisch gebunden werden können. Mehrere Eckpfeiler der europäischen Klimapolitik werden derzeit jedoch neu verhandelt und abgeschwächt, darunter der Emissionshandel und das sogenannte Verbrenner-Aus für Pkw.

Auch auf internationaler Bühne erwartet die EU keine großen Fortschritte im Kampf gegen den Klimawandel. Schon die UN-Klimakonferenz im vergangenen Jahr stand nicht mehr im Zeichen der Vermeidung von Emissionen, sondern der Anpassung an einen aufgeheizten Planeten. Bei der nächsten Konferenz COP31 im November in der Türkei soll es vorrangig um die Umsetzung bisheriger Ziele gehen.

L.Pascal--MJ