G20-Außenministertreffen in Atlanta: Wadephul gegen Familienfoto mit Lawrow
Beim G20-Außenministertreffen in den USA sorgt die Einladung des russischen Chefdiplomaten Sergej Lawrow für Unmut. Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) sagte am Freitag am Rande der Gespräche in Atlanta im Bundesstaat Georgia, es werde wegen des Widerstands der Europäer voraussichtlich kein gemeinsames G20-Foto mit Lawrow geben. Er appellierte zugleich an Russland, sich mit der Ukraine an den Verhandlungstisch zu setzen.
Wadephul sagte, weder er noch die anderen europäischen Teilnehmer seien zu einem sogenannten Familienfoto mit Lawrow bereit. Es dürfe "keine falschen optischen Signale" geben. "Es gibt keine Normalität mit Russland", sagte der Bundesaußenminister zur Begründung. Es sei aber wichtig, kontrovers mit Lawrow im Plenum zu diskutieren. Er werde Russland auch im Kreis der G20 "erneut auffordern, endlich das Angebot der Ukraine zu einem Waffenstillstand anzunehmen, angefangen im Schwarzen Meer", betonte Wadephul.
US-Außenminister Rubio hatte Lawrow zu dem Treffen eingeladen, er plant ein bilaterales Gespräch mit dem russischen Minister. Hintergrund ist die Annäherung von US-Präsident Donald Trump an den russischen Präsidenten Wladimir Putin.
Die USA haben in diesem Jahr den Vorsitz der G20-Gruppe der führenden Industrie- und Schwellenländer. Trump hat den Kreml-Chef auch zum G20-Gipfel in Miami im Dezember eingeladen. Der Gipfel soll in einem Golfclub des US-Präsidenten im Bundesstaat Florida stattfinden. Eine Zusage aus Moskau gibt es bisher nicht.
P.Sartori--MJ