Erklärung: Partei von Flávio Bolsonaro erkennt Lulas Wiederwahl in Brasilien an
Die Partei des brasilianischen Präsidentschaftskandidaten Flávio Bolsonaro hat dessen Niederlage bei der Stichwahl gegen Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva eingeräumt. "Wir erkennen das vom Obersten Wahlgericht (TSE) verkündete Ergebnis der Präsidentschaftswahl an", erklärte Bolsonaros Liberale Partei am späten Montagabend (Ortszeit). Sie sei "jedoch der Ansicht, dass die vorgebrachten Bedenken im Rahmen einer ausgewogenen und demokratischen politischen Debatte angemessen berücksichtigt werden müssen".
In der Stichwahl am Sonntag sicherte sich der linksgerichtete Lula laut dem offiziellen Ergebnis 51,8 Prozent der Stimmen und damit eine vierte Amtszeit, sein Herausforderer Bolsonaro kam auf 48,2 Prozent. Damit holte der Amtsinhaber fast 4,4 Millionen mehr Stimmen als sein Rivale.
Die erste Wahlrunde Anfang Oktober hatte Flávio Bolsonaro noch überraschend gewonnen, auch in letzten Befragungen vor der Stichwahl lag er vorn. Dass ein Kandidat nach einer Niederlage im ersten Wahlgang die Stichwahl noch für sich entscheidet, hat es in Brasilien seit 1989 nicht mehr gegeben. Damals fand die erste direkte Wahl nach dem Ende der Militärdiktatur statt.
Der Sohn des ehemaligen rechtsextremen Präsidenten Jair Bolsonaro hatte zunächst Einwände gegen das Ergebnis der Stichwahl erhoben und sich geweigert, seine Niederlage anzuerkennen. Rückenwind erhielt er dabei am Montag von US-Präsident Donald Trump, der den Urnengang als "manipuliert" bezeichnete.
C.Gatti--MJ